Unser Kino

Die täglichen Vorstellungen des Kinos Passerelle sind zum selbstverständlichen kulturellen Angebot des Toggenburgs geworden. Dies lässt uns leicht vergessen, dass die Weiterexistenz des Wattwiler Kinos einst an einem dünnen Faden hing. Am 30. September 1987 lief im Kino Speer an der Bahnhofstrasse der letzte Film. Dann erfolgte sein Abbruch zugunsten von Geschäftsräumen.

Dass dies nicht das endgültige Aus für das Wattwiler Kino bedeutete, war auf eine mutige Initiative zurückzuführen, die aus Kreisen des ehemaligen Ciné-Clubs herauswuchs. Die breite Unterstützung dieses Vorstosses führte am 10. März 1988 zur Gründung der Genossenschaft Kino Passerelle und am 17. November 1990 zur Eröffnung des ersten Genossenschaftskino in der Schweiz. Dieses Ereignis fand landesweit Beachtung und motivierte Kinofreunde auch andernorts, gefährdete Kinos auf genossenschaftlicher Basis weiterzuführen.

Die in den 90er-Jahren immer mehr aufkommenden Multiplexkinos mit breiterem Filmangebot und diversen Restaurationsmöglichkeiten veranlassten die Genossenschaft dazu, weitere Schritte zu unternehmen, um die Zukunft des Kino Passerelle zu sichern: Im Jahr 1999 entstand so das Projekt für den Bau eines kleineren Saales für Studiofilme und einer Kinobar anstelle des Kiosks. Im November 2002, fast auf den Tag genau zwölf Jahre nach seiner Eröffnung, konnte das umgestaltete Kino mit einem zweiten Saal, einem neuen Tonsystem und einer modernen Kinobar der Öffentlichkeit übergeben werden. Dank dieser Erweiterung können wir auch heute noch nebst aktuellen Mainstream-Filmen mit einem abwechslungsreichen Angebot an anspruchsvollen Studio- und Dokumentarfilmen aufwarten und auch das regionale Filmschaffen berücksichtigen.

Die stetige Digitalisierung der Filmbranche führte im September 2012 dazu, dass sich die Genossenschaft entschied, die 35mm-Projektoren durch moderne Digitalprojektoren zu ersetzen. Dies war ein essentieller Schritt für das Kino Passerelle, da sich die Beschaffung von herkömmlichen 35mm-Filmen zunehmend als schwierig bis unmöglich herausgestellt hatte. Nach einer dreiwöchigen Umbauphase im August 2016 wurden die vor allem im Saal 1 etwas in die Jahre gekommenen Kinositze komplett ersetzt und auch Saal 2 sah neben einer neuen Bestuhlung diverse Neuerungen. So konnte das Kino Passerelle am 3. September 2016 im Beisein des Schweizer Regisseurs Xavier Koller mit seinem Film „Reise der Hoffnung“ – dem gleichen Film, mit dem damals die Premiere am 17. November 1990 gefeiert wurde – erneut seine Türen öffnen.